Die Essenz des Yoga

“Derjenige, den Du suchst, ist derjenige, der sucht.”

– Franz von Assisi

 

Das Wort “Yoga” stammt aus der Sanskrit-Wurzel “yuj”, die “vereinigen’”oder “verbinden” bedeutet. Daher wird Yoga oft als “Einheit” oder “Verbindung” übersetzt. Es ist das Bewusstsein der Verbindung zwischen Geist, Herz und Körper, die uns ein tiefes Verständnis dafür schenkt, wer wir wirklich sind. Diese Bewusstsein vermag uns in einen Zustand zu führen, wo wir unsere Gedanken, Gewohnheiten und Gefühle wahrnehmen und fähig sind, uns selbst vollständig zu erfahren.

Mit ‘uns Selbst’ ist nicht der Ego gemeint, sondern unser höchstes Selbst; die leise Stimme und Ausstrahlung im Herzen, die zu uns spricht und uns führt, wenn wir jenseits unserer begrenzen Interessen schauen. Manche von uns nennen diese Stimme das Selbst, manche das Universum und manche Gott. Dieses Selbst kann man nicht mit Hilfe des Geistes oder der Vernunft offenbaren und beleuchten. Daran einfach zu Glauben ist auch nicht genug.

Wir alle kennen die Momente im Leben, in denen alles plötzlich stimmig ist. Die Momente, in denen wir im innen, in unserem Herzen sind und dort die Präsenz der puren Anmut unseres Selbst erfahren. Yoga ist die Praxis, die uns für diese Erfahrung öffnet. Als eine Reihe von verschiedenen Praktiken strebt Yoga Einblick in die wahre Natur unseres eigenen Selbst an und ist keine Religion. Er ist eine Praxis von Selbsterforschung, die unseren Glaubensinhalte ein starkes Fundament in einer Erfahrung gibt.

Unsere höchste Intention, die Absicht im Yoga ist es, diese wahre Natur von uns, das wahre Selbst, zu kennen. Mit Worten kann man die Erfahrung des Selbst nicht erklären. Die beste Beschreibung, mit dem die Weisen Indiens aufgewartet sind ist “Satchitananda”: “Sat” – “Wahrheit”; “Chit” – “Bewusstsein”; “Ananda” – “Glückseligkeit”. Die Wahrheit ist schon in uns. Wir müssen nichts dafür tun. Sie ist wir und wir sind sie. Dessen im innen bewusst zu werden und eine innige Erfahrung unseres Bewusstseins zu machen, kommt aus dieser Wahrheit und führt letztendlich zur Glückseligkeit. Indem wir das Selbst erkennen, sind wir das Selbst in einem reinen Zustand des Selbstbewusstseins und finden die Quelle für unsere Erfüllung im innen, in unserem Herzen.

Auch wenn alles schon in uns ist, halten wir unsere Erfüllung im Allgemeinen oft auf Armlänge. Dies ist die Gefahr vor allem in der Hatha Yoga Praxis (das körperlich Yoga), da sie von ihrer Natur her sehr effektiv ist und konkrete Resultate liefert, die sehr erfüllend sein können. Außerdem bewerten wir unsere Praxis nach den Resultaten und dem Gefühl der Fortschritte. Und so gibt es im Yoga, auch wenn wir uns anstreben, uns selber zu kennen, immer die Gefahr, dass wir uns eigentlich vergessen. Aus diesem Grund ist der eigentliche Zweck unserer Yogapraxis ein Denken an und Öffnung für die Anmut des Herzens.

Im Herzen vom Yoga muss eine Inspiration sein. Ein Gefühl, eine Einstellung oder ein “Bhavana”, das die Yogapraxis mit Leben ausfüllt, so dass Yoga eine Kraft der Transformation wird, die das Leben mit unseren eigenen höchsten Absichten, sowie mit der Absicht des Universums ausrichtet. Yoga, auch Hatha Yoga, beginnt im Herzen. Im Innen, bevor wir uns körperlich anstrengen, weichen wir unser Gefühl von der individuellen Anstrengung auf. Wir beginnen mit einem Gefühl von sich öffnen und abgeben, so dass wir die Ausrichtung der Asana eher fühlen als ausführen. Wir machen uns empfänglich für die höhere Kraft der Natur, die mit uns und durch uns strömt. Nur so können wir “uns umdrehen” und das, was schon immer da war, unser wahres Selbst, erkennen und enthüllen.

Überlege Dir, was bedeutet Yoga für Dich und was ist der persönlich Zweck Deiner Yogapraxis.

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